Deutsche Welle entschuldigt sich für manipulativen Ungarn-Bericht

22.03.2021

In deutschen „Qualitätsmedien“ ist darüber nichts zu lesen: die „Deutsche Welle“ sah sich jetzt veranlaßt, sich für eine extrem einseitige und manipulative Reportage über die Restaurierung der Budaer Burg zu entschuldigen. Aus Ungarn hatte es Proteste gehagelt, unter anderem von einem Einwohnerverein des Stadtviertels Buda in der Hauptstadt Budapest.

In der Reportage wurde suggeriert, die Sanierungsarbeiten seien der Beweis für extremen Nationalismus, außerdem wurden verklausulierte Parallelen zwischen der Gegenwart und den letzten Tagen des Horthy-Regimes 1945 gezogen.

Auch die Ungarische Nationale Medienunion kritisierte nach der Veröffentlichung des Films, daß die DW-Sendung „manipulativ“ sei und die „dunkelsten Zeiten hervorrufe“.

Tatsächlich konnte nachgewiesen werden, daß die Deutsche Welle im Filmbericht zitierte Aussagen manipuliert hatte. So wurden dem früheren MTI-Mitarbeiter Tamás Wágner Sätze in den Mund gelegt, die er nie gesagt hatte. Sie wurden zwar auf Deutsch synchronisiert, aber die Originalaussage auf Ungarisch war kaum zu hören. Zudem wurde mit der Erklärung einer Fraut der Anschein erweckt, daß es auch im heutigen Ungarn Judenverfolgung gebe.

Angesichts der Fülle an kritischen Reaktionen sah sich die Deutsche Welle zu einer Entschuldigung veranlaßt. DW-Sprecher Christoph Jumpelt erklärte, man habe nicht die Absicht, den historischen Kontext falsch darzustellen, und stellte fest, daß der Bericht in der Zwischenzeit einen redaktionellen Vermerk erhielt, in dem klargestellt wurde, daß Deutschland für die Deportation von hunderten von Juden verantwortlich war. Man entschuldige sich, wenn der Bericht einen anderen Eindruck erweckte und einseitig wirkte.