Deutsche Medien bekommen Konkurrenz aus Russland

05.05.2021

Die deutschen „Qualitätsmedien“ sind im Alarm-Modus – ihr Monopol am deutschen Sendehimmel könnte nämlich bald ernsthafte Konkurrenz bekommen: durch den russischen Sender RT, der bis Ende des Jahres nun auch in Deutschland ein Vollzeit-Programm anbieten will.

In einer Zeit kräftiger propagandistischer Aufrüstung gegen Moskau sind solche Pläne das letzte, was die westliche Politik brauchen kann. Schon laufen etablierte Medien wie „Focus“ und die FAZ Sturm gegen die russische Konkurrenz, und das Magazin „Focus“ ruft vorauseilend schon mal nach dem Verfassungsschutz.

RT gibt es seit 2005 als kremlnahen russischen Auslandssender, der eigenem Bekunden nach dem Publikum die „russische Sichtweise“ auf das internationale Geschehen nahebringen und ein Gegengewicht zu den westlichen Medien bilden will. Nach eigenen Angaben wird RT in mehr als 100 Ländern weltweit von rund 664 Millionen Menschen gesehen.

Bis Ende dieses Jahres soll das im November 2014 gegründete deutschsprachige Internetangebot „RT Deutsch“, das bis jetzt ausschließlich online bereitsteht und zusätzlich einen YouTube-Kanal betreibt, zu einem eigenen Fernsehsender ausgebaut werden. Für den neuen Sender sollen nach eigenen Angaben 200 neue Mitarbeiter eingestellt werden: Redaktionsleiter, Redakteure, IT-Administratoren, Moderatoren, Korrespondenten, Kameraleute und auch PR-Fachkräfte.

Aufgeschreckt reagieren bundesdeutsche Mainstream-Flaggschife wie FAZ und „Focus“, weil RT gar kein Hehl daraus macht, die „führende alternative Nachrichtenquelle“ in Deutschland zu werden. Es gehe darum, „einen Blick über den Mainstream-Tellerrand“ zu werfen. Weiter heißt es auf der RT-Homepage: „Mit dem deutschsprachigen Programm will RT einen Gegenstandpunkt zum einseitigen und oft interessengetriebenen Medien-Mainstream beziehen. Unser Ziel ist es, eine Gegenöffentlichkeit herzustellen sowie Medienmanipulationen aufzuzeigen.“

Besonders schlimm: produziert und gesendet werden sollen auch Talkshows, in denen nicht die immer gleichen Gäste sitzen – davon haben sich ARD und ZDF seit langem verabschiedet: „In diesem Sinne werden wir Stimmen zu Wort kommen lassen, die eine alternative, unkonventionelle Sichtweise präsentieren“, kündigt demgegenüber auf der Homepage an. Zudem gebe es Nachrichten, die von den deutschen Sendern ignoriert würden oder über die einseitig berichtet würde, sagt die neue Chefredakteurin Dinara Toktosunova.

Klingt eigentlich nach Medienvielfalt. Verständlich, daß Kleber, Slomka und Co. davon nichts wissen wollen.