Corona-Maßnahmen: 10 bis 20 Prozent aller deutschen Unternehmen droht das Aus

29.05.2021

Unter Fachleuten wächst die Sorge, daß es in Deutschand im Gefolge der langen Corona-Lockdowns zu einer verheerenden Pleitewelle kommen könnte. Tatsächlich wird eine solche bereits seit langem von Experten prognostiziert. Jetzt veröffentlichte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform, die regelmäßig Umfragen im deutschen Mittelstand vornimmt, ihre jüngsten Umfrageergebnisse. Demnach haben sich die Auftragslage und die Umsätze empfindlich verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex im Mittelstand rutschte auf den niedrigsten Stand seit 2009.

Im Winterhalbjahr 2020/21 haben demnach stattliche 34,6 Prozent der deutschen Unternehmen einen Umsatzrückgang gemeldet. Schlimmer noch: die schlechteren Umsätze und Gewinne haben zu einer sinkenden Resilienz geführt, die Eigenkapitalquoten sind durch die Corona-Krise gesunken, und der Anteil der eigenkapitalschwachen Unternehmen – mit einer Eigenkapitalquote von unter 10 Prozent – nahm von 27,4 auf 30,7 Prozent spürbar zu.

Der Creditreform zufolge gab es bereits 2020 550.000 überschuldete Unternehmen, die zu „Zombieunternehmen“ werden könnten. Im laufenden Jahr 2021 stieg diese Zahl auf bis zu 800.000. Demnach wären also zwischen 10 und 20 Prozent aller (Klein-)Unternehmen in Deutschland in ihrer Existenz bedroht, also jedes zehnte oder gar jedes fünfte Unternehmen.

Dabei stammen diese Zahlen zum großen Teil noch aus der Zeit vor dem Beginn der zweiten Lockdown-Welle im November 2020. Die Auswirkungen des zweiten Lockdowns sind in den Schätzungen noch gar nicht enthalten.