"Arm, aber sexy": Hauptstadt Berlin drückt das deutsche BIP nach unten

27.08.2020

Berlin belastet Deutschland – nicht nur politich mit seiner rot-rot-grünen Regierung, sondern auch ganz handfest ökonomisch: mit seiner schlechten wirtschaftlichen Leistung zieht die Hauptstadt Deutschland statistisch nach unten. Zu diesem Schluß kommt jetzt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Das IW legt statistisches Material der europäischen Statistikbehörde Eurostat für 2017 zugrunde. Demnach profitieren so ziemlich alle europäischen Länder nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich von ihrer Hauptstadt – nur Deutschland nicht. Unter den untersuchten Staaten hängt Griechenland am meisten von seiner Hauptstadt ab – die Wirtschaft würde ohne Athen um knapp 19 Prozent schrumpfen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf. Die griechische Wirtschaft ist neben dem Tourismus in erster Linie durch Dienstleistungen geprägt – und diese Dienstleister sitzen oft in Athen.

Auch Frankreich wäre ohne Paris knapp 16 Prozent ärmer, die Tschechische Republik um rund 15 Prozent, Dänemarks BIP pro Kopf wäre ohne Kopenhagen 14 Prozent niedriger, auch Spaniens BIP fiele ohne Madrid um 5 Prozent zurück, Italien ohne Rom um etwa 2 Prozent.

Nur in Deutschland wird das BIP durch die „Arm-aber-sexy“-Hauptstadt Berlin nach unten gezogen – um 0,2 Prozent. Grund dafür ist, daß die meisten großen deutschen Konzerne ihre Hauptsitze woanders haben – etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Berlin hatte bis zur Aufnahme des Immobilienkonzerns „Deutsche Wohnen“ im Juni 2020 kein einziges Dax-Unternehmen in der Stadt. Auch Berlins junger Altersdurchschnitt hilft der Hauptstadt nicht, da jüngere Generationen im Schnitt schlechter verdienen. Zudem ist in Berlin die Arbeitslosenquote höher als im bundesdeutschen Durchschnitt, ebenso die Anzahl an ungebildeten Migranten.