Angstpandemie und das Ende der Demokratie

17.11.2021

"Wir sind im Westen zu einer Situation zurückgekehrt, die man historisch gesehen als Tyrannei bezeichnen würde. Die Menschen sind wieder der Gnade der Regierungen ausgeliefert", sagt der Schriftsteller und Analyst Gregory Copley.

"Die Demokratie war im Laufe der Geschichte immer ein flüchtiges Element", betont er. Im Moment verschwindet sie wieder und wird durch ein autoritäreres Regime ersetzt, das unter dem Deckmantel einer "Angstpandemie" geschaffen wurde.

Copley zitiert den ehemaligen Präsidenten der Tschechischen Republik, Václav Klaus, der bei mehreren Gelegenheiten gesagt hat, dass "wir die Sowjetunion nicht losgeworden sind, um eine neue zu schaffen".

"Und doch ist genau das in der EU, den USA, Kanada, Australien und anderswo geschehen", so Copley. Wir sehen das Ergebnis dieses "drakonischen Putsches" in unserem eigenen Alltag (vor allem, wenn Menschen in "Geimpfte" und "Nicht-Geimpfte" unterteilt werden und ihr Leben durch den digitalen Gesundheitspass eingeschränkt wird).

Der Unterschied zwischen West und Ost wird immer geringer. Es ist noch nicht lange her, dass der Westen China für seine Menschenrechtsverletzungen, Zensur und Überwachung kritisiert hat, aber jetzt wird die gleiche Fackel mit Begeisterung an den Westen weitergereicht, der früher auf "Freiheit" und "Demokratie" schwor.

In seinem eigenen Buch The New Total War of the 21st Century and the Trigger of the Fear Pandemic (= Der neue totale Krieg des 21. Jahrhunderts und der Auslöser der Angstpandemie) erörtert Copley den "totalen Krieg", der im Corona Center in Wuhan begann, aus einer westlich geprägten Perspektive.

"Die Angst war die ursprüngliche Waffe und Doktrin des neuen totalen Krieges und das Coronavirus das Pulver, mit dem er gefüttert wurde", sagt Copley. Dieselbe Angst wird nun benutzt, um das Gleichgewicht der Kräfte, die Weltwirtschaft und die Gesellschaften der Großmächte zu verändern.

Copleys Buch geht davon aus, dass der "neue totale Krieg des 21. Jahrhunderts" begann, als der "letzte totale Krieg des 20. Jahrhunderts" - der Kalte Krieg - endete. Obwohl es sich um einen totalen Kalten Krieg handelte, war er im Wesentlichen ein sozialer, wirtschaftlicher und technologischer Krieg mit nur gelegentlichen bewaffneten Auseinandersetzungen.

Der Kalte Krieg führte zur Niederlage der Sowjetunion und des Warschauer Paktes, auch weil es dem Westen gelang, die Volksrepublik China von der Sowjetunion zu trennen. In der Folgezeit wurde die Volksrepublik China jedoch nicht zu einem Verbündeten des Westens, sondern zu einem großen Sieger im Kalten Krieg.

Der in Australien geborene Copley behauptet wie die Amerikaner, China strebe die "globale Hegemonie" an und wolle diese bis 2049 erreichen, dem Jahr, in dem die Kommunistische Partei vor 100 Jahren die Macht auf dem chinesischen Festland übernahm.

Copley ignoriert jedoch die Rolle der internationalen Zentralbanken im Pandemiespiel, was seine Behauptungen teilweise verwässert und sie wie Propaganda für die westliche liberale Ordnung klingen lässt.

Geopolitische Kommentatoren und Akademiker neigen dazu, Staaten als Objekte mit Wünschen und Zielen zu objektivieren, während sie vergessen, die Hauptakteure zu identifizieren, die Menschen, die für das Weltgeschehen und seine Auswirkungen verantwortlich sind.

Lässt man diese Personen bei der Analyse der Weltpolitik außer Acht, entsteht lediglich ein oberflächliches und ungenaues Bild der Ereignisse, bei dem verschiedene Staaten miteinander konkurrieren und gewählte Politiker die oberste Entscheidungsgewalt ausüben.

In Wirklichkeit werden die Gesellschaften von kleinen supranationalen Kreisen regiert, mächtigen Wirtschaftseinheiten, die die Macht ganzer Staaten an sich reißen, um ihre eigenen wirtschaftlich-politischen Interessen zu verfolgen.

Die Ära Corona hat uns auch gezeigt, dass es in der Weltpolitik keine "Guten" und "Bösen" gibt, sondern dass die politische Führung aller Länder der gleichen düsteren Corona-Geschichte verpflichtet ist: Angstmacherei, Eindämmung, Impfung und damit die Förderung des "Großen Neubeginns".

Diejenigen, die darauf hinweisen, werden in den Mainstream-Medien immer noch als "Verschwörungstheoretiker" bezeichnet, obwohl es sich nicht mehr um eine "Theorie" handelt, sondern um eine Praxis, die sich in den Gesellschaften ständig weiterentwickelt und leicht beobachtet werden kann.

Copleys "Pandemie der Angst" ist ein guter Begriff, aber seine Analyse, wonach China die globale Vorherrschaft anstrebt, mit der Absicht, der Schützling der USA im Unipolarismus zu werden, ist nicht ganz überzeugend.

Eine korrektere Interpretation wäre, dass es eine gegenseitige Übereinkunft zwischen den Vertretern der besitzenden Klasse (oft "Globalisten" genannt) und den Akteuren der verschiedenen Staaten über die nächste Richtung der Weltordnung gibt. Braucht eine Welt, die auf eine Finanzkrise zusteuert, nicht nur einen Panda der Lüge, sondern auch einen Weltkrieg, um sich zu erneuern?

Auf jeden Fall scheint die Wirtschaftselite, der bereits fast alles gehört, mit der technisch-feudalen Ordnung des chinesischen Modells zufrieden zu sein, das zwar dem Namen nach "kommunistisch", in der Praxis aber kapitalistisch ist und das sie im Hintergrund kontrolliert.