9.400 Migranten kommen trotz Wiedereinreiseverbots erneut nach Deutschland

01.01.2020

Ein Armutszeugnis: die deutschen Behörden haben in den vergangenen fünf Jahren gut 9400 Menschen registriert, die trotz eines befristeten Wiedereinreiseverbots in die Bundesrepublik zurückgekommen sind. Knapp die Hälfte davon – 4145 Migranten – stellten einen neuerlichen Asylantrag.

Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP hervor. Die Zahlen zeigten, daß der Fall des libanesischen Clanchefs Ibrahim Miri „kein Einzelfall“ sei, sagte FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae der AFP gegenüber. Menschen, die mit einem Einreiseverbot belegt sind, dürften „nicht durch die Drehtür nach Deutschland zurückkommen“. Deswegen sei es wichtig, „daß es nicht nur bei prominenten Einzelfällen zu schnellen Entscheidungen kommt.“

Der unerlaubt nach Deutschland eingereiste Clanchef Miri war erstmals im Juli abgeschoben worden, reiste Ende Oktober aber wieder nach Deutschland ein und beantragte Asyl. Der Antrag wurde in einem schnellen Verfahren abgelehnt, Ende November wurde Miri dann erneut in den Libanon abgeschoben.