Nach Anschlagsserie in Thailand: Außenamt rät Reisenden zu "äußerster Vorsicht"

12.08.2016

Eine Bombenserie mit mindestens vier Toten und Dutzenden Verletzten hat Thailand erschüttert. Innerhalb kurzer Zeit detonierten in fünf verschiedenen Städten mindestens zehn Sprengsätze. Das Auswärtige Amt rät Reisenden zu äußerster Vorsicht.

Unter den Verletzten sind drei Deutsche, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bestätigte. "Die deutsche Botschaft steht mit ihnen im Kontakt", sagte sie. Sowohl Außenamt als auch die Botschaft seien im Gespräch mit den thailändischen Behörden und gingen jedem Hinweis auf weitere Verletzte nach.

Auf seiner Internetseite warnt das Auswärtige Amt, dass weitere Anschläge nicht ausgeschlossen werden könnten. Urlauber sollten öffentliche Plätze und Ansammlungen meiden, die Medien aufmerksam verfolgen und den Anordnungen der örtlichen Sicherheitskräfte und Behörden unbedingt Folge leisten. Eine ausdrückliche Reisewarnung liegt jedoch nicht vor - insofern sind Stornierungen oder Umbuchungen nur auf Kulanz möglich.

Thailand war am Donnerstagabend und am Freitag von einer Serie von Bombenanschlägen erschüttert worden. Insgesamt detonierten mindestens zehn Sprengsätze in den Touristenorten Hua Hin und Phuket sowie in Surat Thani, Trang und Phang Nga. Mindestens vier Menschen wurden getötet. Bei den Toten handelt es sich nach Polizeiangaben um Thailänder.

Nach thailändischen Angaben wurden auch zwei Italiener, zwei Briten und vier Niederländer verletzt. Unter den deutschen Verletzten sei eine 20-jährige Frau. Die Frau werde in einem Krankenhaus in Hua Hin behandelt, Lebensgefahr bestehe nicht.

Regierungschef Prayut Chan-o-cha erließ nach den Worten seines Sprechers Notverordnungen. Sicherheitsvorkehrungen in Städten und an Touristenzielen sollten erhöht werden.

Kein islamistischer Hintergrund

"Die Bombenattentate tragen dieselbe Handschrift", sagte ein Armeegeneral. "Wir gehen zurzeit davon aus, dass es sich um eine koordinierte Attacke handelt." Zu dem Anschlag hat sich noch niemand bekannt.

Nach Angaben der thailändischen Sicherheitsbehörden handelt es sich nicht um Anschläge von Islamisten, sondern um "örtliche Sabotage aufgrund von inneren Angelegenheiten". Damit könnte gemeint sein, dass hinter den Explosionen Aufständische oder Gegner der Militärregierung des südostasiatischen Landes stecken. Am vergangenen Sonntag stimmten die Menschen in Thailand in einem umstrittenen Referendum für eine von der Junta unterstützte neue Verfassung.

Die Militärjunta, die 2014 nach einer Phase blutiger Unruhen die Macht ergriffen hatte, hält sich selbst zugute, das Königreich wieder zu Stabilität und Ordnung geführt zu haben. Allerdings ist es auch dem Militär nicht gelungen, den seit Jahren im äußersten Süden des Landes schwelenden Aufstand muslimischer Rebellen in den Griff zu bekommen. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 6.500 Menschen getötet.

In Thailand ist am Freitag wegen des 84. Geburtstages von Königin Sirikit ein nationaler Feiertag. Wegen des verlängerten Wochenendes hielten sich auch viele Thailänder in den Urlaubsressorts auf.

t-online.de (12.8.2016)

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_78672678/thailand-anschlaege-treffen-phuket-und-hua-hin-deutsche-verletzt.html