Utrecht: Offenbar wieder ein terroristischer Anschlag

Mittwoch, 20 März, 2019 - 07:07

Der Schütze, der am Montag in einer Straßenbahn in der niederländischen Großstadt Utrecht drei Menschen getötet hat, ist bei einer Wohnungsdurchsuchung festgenommen worden. Es handelt sich um einen 37jährigen gebürtigen Türken, nach dem die Polizei zuvor stundenlang gefahndet hatte.

Der 37jährige Gökmen Tanis war seit seiner Tat um 10.45 Uhr im Westen der Stadt auf der Flucht gewesen. Er hatte zuvor einen roten Renault Clio gestohlen und diesen mit laufendem Motor so geparkt, daß er nach seiner Mordtat schnell flüchten konnte. Am Nachmittag fand die Polizei dann dank Hinweisen aus der Öffentlichkeit das verlassene Auto und führte Razzien durch. Am Abend wurde Gökmen Tanis schließlich bei einer Wohnungsdurchsuchung nördlich der Innenstadt gefaßt, wenige Kilometer vom Tatort entfernt.

Der 37jährige Türke ist bei der Polizei kein Unbekannter. Er sei schon öfter in Kontakt mit der Justiz gekommen. Nach Medienberichten soll Tanis im Jahr 2013 mit einer Waffe auf ein Wohnhaus in Utrecht geschossen haben. Erst vor zwei Wochen habe er sich wegen einer 2017 begangenen Vergewaltigung vor Gericht verantworten müssen. Seine Liste an Vorstrafen ist auch sonst lang: Diebstahl und der Einbruch in eine Polizeidienststelle, Beleidigungen, Bespucken von Polizisten, Vandalismus und Alkohol am Steuer sind nur einige seiner Delikte.

Bei dem Angriff am Montagvormittag waren drei Menschen getötet worden. Fünf weitere wurden laut Polizeiangaben verletzt, drei von ihnen sollen sich in ernstem Zustand befinden. Bürgermeister Jan van Zanen sagte: „Es ist heute ein schwarzer Tag für unsere Stadt Utrecht.“

Über das Motiv des Täters wird noch gerätselt. Aus dem niederländischen Innenministerium verlautete inzwischen, die Spuren deuteten auf ein terroristisches Motiv hin. Zeugen berichteten von „Allahu akbar“-Rufen.