Polen hält an deutschen Reparationszahlungen fest

Donnerstag, 11 April, 2019 - 09:01

Polen betrachtet die deutschen Reparationszahlungen nach dem Zweiten Weltkrieg als nicht abgeschlossen. Jetzt erklärte der PiS-Abgeordnete Janusz Szewczak, daß Deutschland als Reparationen für die Schäden 800 Milliarden Euro an Polen zu zahlen habe.

Auch der polnische Präsident Andrzej Duda betrachtet die deutschen Reparationszahlungen als nicht abgeschlossen. Er verweist auf Gutachten im Auftrag des verstorbenen polnischen Staatschefs Lech Kaczynski, die belegten, „daß die angerichteten Kriegsschäden in Polen nie ausgeglichen wurden“.

Nun brachte der PiS-Abgeordnete Janusz Szewczak das Thema erneut auf die Tagesordnung. Für ihn sei es eine Schande, erklärte er auf einer Online-Plattform, daß in den vergangenen 30 Jahren „das Thema der Folgen der Ausrottung polnischer Bürger und die Entwertung der polnischen Wirtschaft durch Deutsche vernachlässigt wurde“.

Auch das EU-Parlament wird nun als „geeignetes Forum“ betrachtet, „um das Thema der Reparationen zu internationalisieren“. Damit soll Druck auf die Bundesregierung ausgeübt werden, wie Abgeordnete der PiS nunmehr erklärten.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert verwies zwar darauf, daß Polen 1953 „verbindlich und mit Wirkung für ganz Deutschland“ auf weitere Reparationszahlungen verzichtet und dies in späteren Jahren mehrfach bestätigt habe. Die polnische Regierung stellt die Gültigkeit der Erklärung von 1953 jedoch in Frage und argumentiert, die damalige Führung in Warschau habe auf sowjetischen Druck hin gehandelt.