Österreichs Kanzler Kurz unterstützte "Nord Stream 2" gegenüber Trump

Mittwoch, 27 Februar, 2019 - 10:08

Der österreichische Bundeskanzler Kurz ist am Mittwoch in Washington mit dem amerikanischen Präsidenten Trump zusammengekommen und erörterte dabei auch das Thema „Nord Stream 2“ – die US-Regierung versucht das russisch-deutsche Pipelineprojekt, an dem auch der österreichische Ölkonzern ÖMV beteiligt ist, bekanntlich mit allen Mitteln zu sabotieren.

Darüber schreibt das deutsche Nachrichtenmagazin Zuerst! am Samstag.

Kurz räumte in einem Live-Gespräch aus Washington ein, daß die Unterredung mit Trump wegen dieses Themas „sehr kontroversiell“ verlaufen sei. Trump habe klargemacht, daß die USA gegen dieses Projekt seien. Österreich sei demgegenüber dafür, „weil wir die Versorgungssicherheit brauchen“.

Man sei zwar auch offen für US-Flüssiggas, sagte Kurz. Allerdings sei der Preis in Rußland derzeit besser, was das Land als Partner „attraktiver“ mache. Trump könne als ehemaliger Geschäftsmann durchaus nachvollziehen, daß es hier „unterschiedliche Interessen“ gebe.

Der Moderator sprach den österreichischen Kanzler dann darauf an, daß sich Kurz am Mittwoch erstmals seit seinem Amtsantritt mit dem US-Präsidenten traf, während er beispielweise mit dem russischen Präsidenten Putin allein 2018 viermal zusammengekommen war.

Hierauf Kurz: „Ich würde nicht sagen, daß wir zu Rußland ein besseres Verhältnis haben, als zu anderen Staaten dieser Welt. Ich würde vielmehr sagen, daß Rußland traditionell sehr viel Interesse an Österreich hat, und dadurch auf österreichische Regierungsvertreter, auf den Bundeskanzler, den Bundespräsidenten stärker zugeht als das vielleicht die USA macht. Aber ich fühle mich eigentlich wohl mit einer Positionierung der Mitte, also mit einem guten Kontakt in Europa nach Westen und nach Osten und darüber hinaus mit einem guten Kontakt zu den Supermächten (…).“

Quelle: News-Front