„Islamischer Staat“ ist immer noch gefährlich

Samstag, 4 Mai, 2019 - 17:20

Wovor Experten in den letzten Monaten wiederholt warnten, hat sich jetzt erneut bestätigt: die Kopfabschneidermiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist zwar in ihren Kerngebieten in Syrien und im Irak so gut wie besiegt, hat sich aber längst neue Terrains für ihre Aktivitäten erschlossen.

Jetzt tauchte sogar der totgeglaubte Chef der Terrororganisation, Abu Bakr al-Baghdadi, wieder auf.

Mit brutaler Gewalt rief sich der IS erst kürzlich wieder mit den verheerenden Anschlägen auf Sri Lanka in Erinnerung, die er für sich reklamiert. Darüber hinaus sind IS-Kämpfer massenhaft in den mehrheitlich sunnitischen Gebieten des Irak untergetaucht und wenden dort wieder dieselbe Strategie an wie vor 2014: kleine Gruppen planen und verüben Anschläge und schaffen damit Unsicherheit.

Auch in Syrien fordern IS-Anschläge regelmäßig Opfer. Tausende IS-Kämpfer haben sich außerdem ins Ausland abgesetzt und sind dort nach wie vor eine Bedrohung: in Afghanistan hält die Terrormiliz einige Gebiete, vor allem das Tora-Bora-Höhlensystem, in dem sich bereits Osama bin Laden versteckt hatte. Mehr als 2000 IS-Kämpfer vermuten die US-Streitkräfte am Hindukusch, Tendenz steigend.

Darüber hinaus hat der IS vor allem auf den Philippinen und Malaysia eine starke Anhängerschaft. Auf der südphilippinischen Insel Mindanao liefern sich Regierungstruppen seit Jahren schwere Kämpfe mit IS-Verbündeten, Ende Januar ließen Islamisten eine Bombe in einer katholischen Kirche detonieren. Nur mit gewaltigen Anstrengungen konnte die Armee 2017 die 400.000 Einwohner-Stadt Marawi von den Dschihadisten zurückerobern.

Nach wie vor ist der IS in der Lage, in das Machtvakuum eines instabilen Staates einzudringen – etwa im Jemen oder in Libyen: immer wieder erschüttern Anschläge im Zeichen der schwarzen Flagge diese Länder. Feste Bastionen hat die Terrororganisation außerdem noch auf der Halbinsel Sinai und im Norden Nigerias.