Irakischer Präsident: Flüchtlinge nicht allzu schnell aus Deutschland abschieben!

Freitag, 10 Mai, 2019 - 12:20

Der irakische Ministerpräsident, Adel Abdel Mahdi, hat sich gegen rasche „Flüchtlings“-Rückführungen aus Deutschland in sein Land ausgesprochen. „Deutschland hat eine große Anzahl von Flüchtlingen empfangen, was eine gute und humanitäre Aktion darstellt. Aus diversen Gründen sind wir gegen erzwungene Rückkehr und dagegen, daß man die Menschen an der Grenze ablädt“, sagte Mahdi jetzt der dpa.

Aktuell stellen immer noch jeden Monat mehr als 1000 Iraker einen Asylantrag in Deutschland. Der Irak gehört gleichzeitig zu den Hauptzielländern freiwilliger Ausreisen, die von der Bundesregierung gefördert werden. Im vergangenen Jahr waren allerdings gerade einmal 35 (!) Menschen aus Deutschland per Flugzeug in den Irak abgeschoben worden.

Mahdi hatte bei einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin am vergangenen Dienstag unter anderem über den Wiederaufbau der irakischen Infrastruktur gesprochen.

Auf die Frage, warum viele Bewohner der bis Juli 2017 vom IS kontrollierten Großstadt Mossul bis heute nicht zurückgekehrt seien, antwortete der Präsident, ein Teil dieser Binnenflüchtlinge sei noch nicht zurückgekehrt, „da ihre Häuser zerstört wurden und sie dadurch keine Unterkunft mehr besitzen“. Andere wollten nicht zurück, „da es Beschuldigungen und Racheakte“ gebe, in Bezug auf Familien, die sich dem IS nach 2014 angeschlossen hatten. Wieder andere seien andernorts heimisch geworden. Mossul sei allerdings ein Ausnahmefall. In den Provinzen Al-Anbar, Diyala und Salaheddin sei der Großteil der Binnenvertriebenen inzwischen zurück.

Daß das Gros der nach Deutschland eingewanderten „Flüchtlinge“ lieber im Sozialstaats-Schlaraffenland Deutschland bleibt, dürfte allerdings kaum verwundern.