Europarat ist „besorgt“ wegen Russlands Familienpolitik

Donnerstag, 7 März, 2019 - 08:35

Wieder einmal Moralpolitik mit erhobenem Zeigefinger – der Europarat zeigt sich „besorgt“ über die Zunahme angeblicher „Haßreden“ gegen Homosexuelle, Muslime und andere Minderheiten in Rußland. Auch Politiker und Würdenträger der orthodoxen Kirche scheuten nicht vor solchen verbalen Angriffen zurück, stellt die Kommission gegen Rassismus und Intoleranz des Europarats (ECRI) in einem aktuellen Bericht fest. Homosexuelle würden oft als krank oder pervers bezeichnet, Muslime mit islamistischem Terror in Verbindung gebracht.

Besonders beunruhigend sei, daß Vorurteile gegen Homosexuelle sowohl vom russischen Präsidenten Wladimir Putin als auch von der orthodoxen Kirche „aktiv befeuert“ würden, heißt es in dem 80 Seiten umfassenden Bericht weiter. So habe Putin 2017 in einem vielbeachteten Interview mit dem US-Autor und Filmemacher Oliver Stone das Vorgehen gegen Homosexuelle ausdrücklich gerechtfertigt. Als Staatsoberhaupt habe er die Pflicht, „die traditionellen Familienwerte“ hochzuhalten, zumal durch gleichgeschlechtliche Beziehungen keine Kinder gezeugt würden, zitieren die Experten des Europarats aus dem mehrstündigen Interview – und finden das offenbar nicht gut.

Der ECRI gehören vorgebliche Experten an, die Erfahrung beim „Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit“ haben. Sie werden von den 47 Mitgliedsländern des Europarats ernannt und rekrutieren sich aus einschlägig bekannten Lobby-Vereinen. Der vorliegende Bericht ist bereits der fünfte, in dem sich ECRI mit Rußland befassen zu müssen glaubt.