Demonstranten plündern Museum in Algier: „Verbrechen gegen unser geschichtliches Erbe“

Dienstag, 12 März, 2019 - 07:38

Ein Hauch von Arabischem Frühling: in Algier wurde jetzt bei Protesten Unzufriedener das älteste Museum der Stadt geplündert, das Museum für Altertümer und Islamische Kunst. Es seien „Gegenstände gestohlen und Büros der Museumsverwaltung angezündet“ worden, heißt es in Medienberichten.

Das algerische Kultusministerium macht „Kriminelle“ verantwortlich, die im Schutz der Massendemonstrationen zur Tat geschritten seien. Das Ministerium sprach von einem „Verbrechen gegen unser geschichtliches Erbe“.

Nur dem schnellen Einsatz der Feuerwehr sei es zu verdanken, daß der Brand nicht weiter um sich gegriffen habe. Die Polizei habe einen Säbel sicherstellen können, der aus der Zeit des algerischen Widerstands gegen die französische Kolonialmacht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt.

Bei den bisher größten Protesten gegen Staatschef Bouteflika waren am Freitag landesweit zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Der zentrale Platz in Algier war nach Angaben von AFP-Reportern ebenso überfüllt wie die umliegenden Zufahrtsstraßen.

Das 1897 eröffnete Museum ist eines der ältesten auf dem afrikanischen Kontinent. Es liegt in der Hauptstadt an einer Kreuzung an einer der wichtigsten Zufahrtsstraßen zum Sitz des Präsidenten. Am Freitag war es hier zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, die gegen den langjährigen Staatschef Bouteflika protestieren.