Zypern ist mehr als zuvor auf die Stimme Russlands angewiesen

11.12.2016

Der russische Botschafter in Zypern hat wiederholt seine Position klargestellt, dass es keinerlei Einmischung von Außen or aufgezwungene zeitliche Beschränkungen der Verhandlungen über Zypern oder fremde Garantien geben sollte.

Tatsächlich sagte er, dass es bis zu diesem Tage unerhört sei, dass ein Drittland, die Türkei, einfordert die Schutzmacht eines anderen zu sein, Zypern, obwohl dieses wünsche, keine Garantiemächte zu haben. Die Türkei hat gegenüber Zypern eine grässliche Vorgeschichte: So ist sie in dem Land vor 42 Jahren unter einem Vorwand militärisch eingefallen und besetzt noch immer 32% davon. Griechenland, welches sich 1960 dazu verleiten ließ eine Garantiemacht Zyperns zu werden, lehnt es heute ab diese Rolle zu erfüllen. Großbritannien, die dritte Garantiemacht seit 1960, besitzt Militärbasen auf der Insel, welche insgesamt 254 Quadratkilometer und damit 3% des zypriotischen Territoriums ausmachen.

Großbritannien will sein Recht auf diese Basen nicht aufgeben, da diese nützlich für die NATO und die USA sind. Seine Position im Bezug auf das Thema der Garantien ist kryptisch und besagt grundsätzlich, dass es, wenn die beiden anderen Garantiemächte ihre Rolle aufgeben, Großbritannien das Selbe tun wird. Aber die Briten wissen, dass die Türken dem nicht zustimmen werden, da sie erkennen, wie praktisch das Feigenblatt des Status als Garantiemacht ist für den Fall, dass sich die Türkei jemals dazu entscheiden sollte die ganze Insel zu übernehmen. Darüber hinaus braucht das Vereinigte Königreich mit seinen Basen auf Zypern nicht den Status einer Garantiemacht, um dort Kontrolle ausüben zu können. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass es nach der Invasion 1974 versuchte seine Stützpunkte aufzugeben, aber dem amerikanischen Druck, größtenteils von Kissinger ausgeübt, nachgab, dies nicht zu tun.

Mit Zustimmung Kissingers viel die Türkei 1974 in Zypern ein und eroberte 37% des Landes und 54% von Zyperns Küste. Bis heute schweigen die USA über die 42 jährige Präsenz von 40.000 türkischen Besatzungstruppen auf zyprischen Boden und den damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen. Die Position Griechenlands stimmt mit jener Russlands und des zypriotischen Volkes überein, welche allesamt nichts von Garantieerklärungen von Außen hören wollen. Die zypriotische Regierung leistet zwar Lippenbekenntnisse zur griechisch-russischen Position, aber das Volk bleibt gegenüber der offiziellen Linie skeptisch. Zypern ist ein Mitglied der Europäischen Union (EU) und der Eurozone. Die Türkei versucht seit 1987 erfolglos sich um die EU-Mitgliedschaft zu bewerben. Die Liste der türkischen Menschenrechtsverletzungen ist lang, Journalisten werden eingesperrt und ihre Geschichte von Putschs und Gegenputschs macht sie ganz abgesehen von anderen Dingen in den Augen der EU nicht gerade liebenswert. So wie die Dinge zur Zeit stehen, sind die Chancen der Türkei der EU beizutreten nahe Null, sehr zum Verdruss der USA und Großbritannien, welche ihre Freundin gerne im Klub hätten.
Das zypriotische Volk ist vom Schweigen der NATO zum undemokratischen Verhaltens der Türkei als unerwünschter Garantiemacht verärgert. Jedoch sind die fortgesetzten Verhandlungen zwischen Griechenland und der Türkei in Zypern sind das beste Alibi für die Vereinigten Staaten, keine Stellung zu diesen absurden Garantieerklärungen einzunehmen.

In der Zwischenzeit schlagen die Briten und die NATO aus den britischen Basen auf Zypern Profit und arbeiten hinter den Kulissen daran, die türkischen Garantien gegen türkische NATO-Stützpunkte auf Zypern einzutauschen. Ein klassischer Fall von „Tot durch Erhängen, bzw. Giftspritze für Zypern. Wenig überraschend gibt es eine Lokalzeitung in englischer Sprache auf der Insel, welche seit langem existiert aber nur eine kleine Auflage hat – was einen wiederum darüber nachdenken lässt, wie sie überhaupt überleben konnte – die wütend auf Russland ist, weil es Zypern unterstützt.

Dieses Blatt schrieb vor ein paar Wochen, dass der russische Botschafter auf Zypern endlich damit aufhören soll jene zu unterstützten, welche die Garantien ablehnen. Man nimmt an, dass die Gegner der Garantie all jene sind, die Zyperns Souveränität an die Türkei nicht mit einer Garantie aufgeben wollen, also die große Mehrheit der Menschen die in den freien Gebieten auf Zypern. Die Ansichten der Zeitung werden nur von einer verschwindend geringen Anzahl der Griechen auf Zypern geteilt, die fanatisch für die NATO und daher auch anti-russisch sind. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass die überwältigende Mehrheit der Griechen Freunde Russlands sind und sie sich jedes Mal ermutigt fühlen, wenn der russische Botschafter seine pro-demokratischen Positionen zu Zypern vertritt.

Die Rede davon, dass die Zyprioten nur untereinander ohne Einmischung von außen verhandeln würden ist natürlich totaler Unsinn. In Wirklichkeit finden diese Verhandlungen unter der bedrohlichen Präsenz von mehr als 40.000 türkischen Besatzungssoldaten auf der Insel statt. Ihr Aufgabe ist es, die Griechen einzuschüchtern und dazu zu bringen, die türkischen Positionen einzunehmen.So stellte die türkische Armee bereits 1976 ihre Forderungen und forderte die Griechen dazu auf, „entweder die Bedingungen der Türkei in vollem Umfang anzunehmen oder die Besatzung wird fortgesetzt. Eigentlich geht es bei diesen Verhandlungen nur um Aufgabe und Kapitulation, so wie es immer der Fall ist, wenn ein besetztes schwaches Land mit einem viel stärkeren Besatzer verhandelt. In Wirklichkeit ist die Situation für Zypern schlimmer als man es sich vorstellen kann, wenn man bedenkt, dass Amerika, der stärkste Unterstützer der Türkei, die Queerschüsse in den Verhandlungen als UN-unterstützt maskiert. Man muss nur die Lebensläufe jener UN Repräsentanten untersuchen, welche in der Gegenwart und Vergangenheit an den Verhandlungen beteiligt waren, um zu verstehen, wer wirklich hinter den Verhandlungen steckt.

Das Irritierende an der ganzen Sache ist, dass die NATO während sie vortäuscht der Wächter von Frieden, Sicherheit und Demokratie zu sein, ein Auge zudrückt, wenn das NATO Mitglied Türkei Frieden, Sicherheit und Demokratie verletzt, dessen Freundschaft Amerika so sehr am Herzen liegt. Während Amerika fordert, dass die Türkei nicht wegen ihrer antidemokratischen Fehler und Aggressionen isoliert werden sollte, damit den USA weiterhin gestattet ist Einfluss auf sie auszuüben, zwingt sie EU-Mitgliedsstaaten weiterhin dazu Russland zu isolieren und Strafsanktionen gegen es zu verhängen. Was kann man also dazu sagen? In Kürze: Zypern braucht Russlands Stimme nun dringender als je zuvor. Russland kann viel aus der Freundschaft mit Zypern gewinnen, wenn man die fragile Situation im Ostmittelmeer und Russlands strategische Interessen in der Region betrachtet. Die überwältigende Mehrheit der Zyprioten fühlt sich sicherer, wenn sie der unterstützenden und ermunternden Stimme Russlands zuhört.