Wir alle sind „Fake News“

14.12.2016

„Video killed the radio star“ lautet ein altes Lied aus den Achtzigern dessen Inhalt heute mehr zutrifft denn je. Kaum noch werden Zeitungen verkauft, kaum noch ein junger Mensch dreht den Fernseher auf sondern starrt lieber in Handy oder Laptop. Staatliche Sender wollen immer höhere Gebühren, während sich Youtube Stars oder Online Anbieter wie Netflix vor Abonnenten kaum retten können. Früher wäre die Breitseite aller großen europäischen und amerikanischen Medienkonzerne gegen Donald Trump wohl noch erfolgreich gewesen, aber heute?
Viele Amerikaner holen sich ihre Nachrichten nicht mehr bei NBC, CBS, FOX, CNN usw. Auch schlägt nicht mehr jeder die Zeitung am Frühstückstisch auf. Leute wie Alex Jones, Mark Dice oder Milo Yannopoulos arbeiten für Online-Portale, oder wie im Fall von Mark Dice aus dem eigenen Wohnzimmer. Sie arbeiten kosteneffizient und brauchen weder Druckerpresse noch Satellitensignale. Früher waren solche Einzelgänger noch mythisch verehrt, die im Alleingang Skandale aufgedeckt haben und Spuren nachgegangen sind. Nicht umsonst sind im Film so oft die Grenzen zwischen Privatdetektiv und Journalist verwischt. Heute ist jeder verdächtig der gegen das Diktat des Mainstreams schwimmt. Wie kann man nur den status quo gefährden? Haben wieder die Russen die Hände im Spiel?

Manchmal ist die mediale Gleichschaltung schon beinahe gruselig. Nehmen wir z.B. das Beispiel Immigration. Als die Flüchtlingskrise letztes Jahr so richtig ins Rollen kam war nicht nur die mediale Argumentation völlig gleichgeschaltet sondern auch deren Vokabular. Man sprach in den USA von „unaccompanied minors“ und in Europa von „unbegleitenden Jugendlichen“. Plötzlich so argumentierte jede Zeitung von der New York Times bis zum Badischen Kurier, müssten jetzt die Grenzen auf, weil sonst sei irgendwie alles aus und vorbei. Denkt an die Kinder! Das Interessante dabei war, daß es sich dabei nicht nur um gleichgeschaltene Sprache und Argumentation handelte sondern noch dazu um zwei völlig verschiedene Grenzen. Einerseits die mexikanische Grenze zur USA und andererseits die Balkan- bzw. Mittelmeerroute. Ist es wirklich plausibel daß in beiden Gegenden bei Grenzen zu Krisengebieten die schon lange bestehen plötzlich alles anders wurde, oder kam von langer Hand ein Beschluß? Ihr müßt das schreiben, ihr müßt dies tun. Genauso gleichgeschaltet wie jetzt die Berichterstattung über „fake news“ und der immer lauter werdende Ruf nach Zensur. Kein Wunder daß die Bevölkerung begann sich Informationen woanders zu suchen. Kein Wunder daß „fake news“ die Wahl für Trump gewann.

Es ist noch dazu so einfach „fake news“ zu sein. Ist die Sicherheitslage bei ihrem Bahnhof außer Kontrolle? Fährt ihr meistgehaßter Politiker jeden Freitag mit dem Ferrari aus obwohl er Sparsamkeit predigt? Na machen sie ein Photo, ein Video, ein Blog-Posting oder eine Live-Übertragung auf Facebook. Ihr NSA gesponserter Überwachungsapparat, den sie gratis zum Handy Vertrag bekommen haben, kann das aller Wahrscheinlichkeit nach ohne Probleme. Vergessen sie dabei nicht: Sie sind „fake news“.