Die Wiege der Russophobie

07.01.2017

Wenn ich hier ein paar Worte über die Feindschaft gegen Russland sagen kann, dann spreche ich über die Vereinigten Staaten und vielleicht allgemein über den Westen: Dies ist ein sehr komplexes Phänomen. Ich denke, dass eine Menge Leute einfach davon ausgehen, das es einen Kalter Krieg "Kater" gibt und die Menschen nicht erkennen, dass die Sowjetunion und der Kommunismus nicht mehr existieren. Und ich denke auch, das ist ein Teil des Problems in einigen kleinen Segment der Bevölkerung, vor allem bei einige Konservativen, die nicht besonders gut informiert sind. Aber ich glaube nicht, dass es das größte Problem ist.

Die Russophobie im Westen geht, wie wir wissen, sehr lange vor die Oktoberrevolution von 1917 zurück. Ein Teil davon ist natürlich auch so erklärbar, dass Russland ein sehr großes und mächtiges Land ist, wovor manche Leute vielleicht einfach nur Angst haben. Aber aus meiner Sicht liegt das Problem viel tiefer. Leider beginnt es schon mit dem Unterschied zwischen dem byzantinischen oder auch orthodoxen kulturellen Erbe auf der einen Seite gegenüber der Richtung, die Westeuropa zuerst mit dem Römischen Katholizismus und später mit der Reformation und der Aufklärung annahm. Aus dieser Perspektive und aus meiner Analyse ist die orthodoxe Zivilisation immer etwas, was die Westler nicht ganz kennen und nicht wissen, worum es sich handelt. Sie „wissen“ nur, dass es "falsch" ist, weil der Osten nicht die gleichen Werte teilt, wie die Richtung, welche die westliche Zivilisation einnimmt. Aber andererseits ist es nicht wie Ostasien, Afrika oder Lateinamerika, wo sie ein "multikulturelles" Bedürfnis haben, Toleranz und Verständnis zu zeigen oder sogar zu erkennen, dass diese anderen Werte in irgendeiner Weise "überlegen" sind.

Die byzantinische Kulturmatrix ist etwas, das als eine Annäherung des Westens, aber in irgendeiner Weise "mangelhaft" gesehen wird. Ich denke, dass auch so ihre Einstellung zu Russland ist, welches das mächtigste orthodoxe Land ist. Schließlich müssen Sie es in den zeitgenössischen geopolitischen Kontext bringen, in dem die Vereinigten Staaten nach dem Kalten Krieg als Hypermacht entstanden sind, die bereit dafür war, die Welt zu beherrschen.

Für eine Weile sahen sie Russland als einfache Marionette, welches es unter Jelzin auch sicherlich war. Aber es wurde mit Wladimir Putin klar, dass es keine Marionette mehr sein würde, sondern dass Russland seine eigenen Interessen behaupten würde. Natürlich wurde das unerträglich, denn dann hatten sie jemanden, der nicht nur Interessen behauptete, sondern auch in der Lage war, diese Interessen zu verteidigen. Diese Situation stört viele Leute der herrschenden Eliten in den Vereinigten Staaten.