Desinforma­tions-Netzwerk „Inte­grity Initiative“

16.02.2019

Die britische Regierung unterhält ein weitgespanntes Desinforma­tions-Netzwerk, das unter dem Namen „Inte­grity Initiative“ im gesamten EU-Raum tätig ist und vor allem Desinformations­arbeit gegen Rußland betreibt. Das geht aus einem von der Hackergruppe „An­onymous“ am 4. Januar veröffentlichten Scan von Geheimdokumenten des bri­tischen Datenprojekts hervor. Anony­mous veröffentlichte insgesamt mehrere Dutzend Dokumente zur Tätigkeit der britischen Geheiminitiative in Großbri­tannien und zahlreichen anderen Län­dern.
Ziel der „Integrity Initiative“ ist es demnach, „pro-russische“ Standpunkte und Informationen zu sabotieren und andererseits anti-russische Kampagnen zu fördern und zu starten, um Rußland politisch zu isolieren. Ferner sollen in ganz Europa und darüber hinaus „anti-russische Zellen“ aufgebaut werden. Auch im postsowjetischen Raum, bei­spielsweise in Moldawien, Serbien oder Armenien, ist die „Inte­grity Initiative“ aktiv. Allein im EU-Raum sollen in neun Staaten (Spanien, Frankreich, Deutsch­land, Griechenland, Niederlande, Litau­en, Norwegen, Serbien und Italien) so­genante „Cluster“, also regionale Zellen, aufgebaut werden. 18 weitere Länder, auch in Übersee, sollen mit eigenen Re­gionalbüros folgen.
Das „Integrity Initiative“-Programm wurde 2015 vom Institute of Statecraft (IfS), einer von Mitarbeitern britischer Geheimdienste gegründeten Stiftung, ins Leben gerufen. Die Organisation, die ihre Mitarbeiter vor allem aus Ge­heimdienstkreisen rekrutiert, wird vom ehemaligen NATO-Chefberater für Zentral- und Osteuropa, Christopher Donnelly, geleitet.
Das 2015 ins Leben gerufene „Inte­grity Initiative“-Programm des IfS wird vom britischen Außenministerium, der NATO, dem US-Außenministerium und dem litauischen Verteidigungsministe­rium finanziert. Ziel sei es „die Demokra­tie gegen russische Desinformation zu verteidigen“. Die regionalen Zellen der „Integrity Initiative“ sollen mit möglichst einflußreichen Personen, vor allem Jour­nalisten, besetzt werden, die trans­atlantische und anti-russische Propagan­da möglichst effektiv verbreiten können.
Im Fokus der medialen Desinforma­tionsarbeit der „Integrity Initiative“ ste­hen den von Anonymous veröffentlich­ten Dokumenten zufolge derzeit die ­oppositionelle britische Labour-Party und russische Medienunternehmen wie RT (früher: Russia Today) und „Sputnik“.
Bereits vor Gründung der „Integrity Initiative“ 2015 wurden in einem inter­nen Bericht des IfS – ebenfalls laut An­onymous – Möglichkeiten der Schädi­gung Rußlands vorgeschlagen, so etwa der Ausschluß Moskaus aus der G8 ­(inzwischen geschehen) und der Welt­handelsorganisation (WTO). Weiterhin ­seien die anti-russischen Sanktionen auszuweiten, kulturelle Beziehungen ein­zustellen und die gezielte Ausrichtung westlicher Leitmedien wie der BBC oder der New York Times auf die Bürger Ruß­lands in russischer Sprache auszubauen, während russische Auslandsmedien wie Sputnik oder RT verstärkt sanktioniert werden sollen.
Quelle: ZUERST!