CDU-Ost hat Angst vor Merkels „Wahlhilfe“

16.02.2019

Angela Merkel, die gerade in München eine Rede gegen Donald Trumps „America First“ hielt und Strukturen „internationaler Zusammenarbeit“ retten möchte, ist der CDU-Ost zur echten Gefahr geworden. Aus Angst vor Anti-Reklame bittet man sie, dort keine Wahlkampfreden zu halten.

Irgendwer hat der CDU wohl klargemacht, dass sie mit Merkel für die kommenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen nicht punkten kann. Die Verbände sind überzeugt, ihre Einspannung in den Wahlkampf brächte einfach „keinen Mehrwert“. Das dürfte eine sehr höfliche Untertreibung sein.

Auch Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler übte sich im Euphemismus, als er dem Spiegel verriet: „Ein Wahlkampfauftritt der Bundeskanzlerin wird uns in Sachsen nicht helfen“. So weit möchte Thüringens Fraktionsvize Michael Heym nicht gehen. Aber auch er weiß, darüber werde es „sicher noch Diskussionen in der Thüringer CDU geben“.

Manche Medien begründen die dezenten Abweisungen mit der Furcht, dass die AfD bei öffentlichen Auftritten der Kanzlerin aggressive Gegendemos veranstalten könnte. Sollte sie aber Live-Reden halten, dann eher im kleineren Rahmen („niedrigschwellige Formate“), ohne aufwendiges Ankündigen. Zweck der Bescheidenheit: Pfeifkonzerte zu vermeiden. Der Thüringer CDU-Chef Mike Mohring schließt Reden auf dem Marktplatz deshalb aus. Obwohl, so betont er, es unter Thüringens CDU-Wählern viele Merkel-Fans gebe.

Quelle: COMPACT-Magazin