Amerika und die Kontinuität der Revolution

19.12.2016

Im Gegensatz zu allen anderen großen Imperien in der Geschichte, wurden die USA nicht auf großartigen kulturellen Leistungen oder gar philosophischen Ideen aufgebaut, sondern entstanden einfach durch eine Revolution der Siedler gegen das Mutterland England.
Es war der reine Drang nach „Unabhängigkeit“ und der Wille sich der Steuereinhebung zu entziehen. Dies sind selbst verständlich durchaus Motive, die man verstehen kann, aber durch diesen Moment am Beginn der Geschichte dieses Staates, bekam der weitere Verlauf eine besondere Entwicklung.

Ab dem Unabhängigkeitskrieg (auch Revolutionskrieg genannt) begeben sich die Vereinigten Staaten von Amerika in eine Kontinuität der Revolution.
Es war sicher auch kein Zufall, dass es kurz nach der Amerikanischen Unabhängigkeit zur Französischen Revolution kam. Besonders interessant ist dabei die Tatsache, dass das Königreich Frankreich damals die Amerikanischen Rebellen gegen die Briten massiv militärisch unterstützt hatte, ohne dafür eine entsprechende Gegenleistung zu erhalten .
Dies fügte der Französischen Staatskasse einen großen Schaden zu.
Somit trug dieser Unabhängigkeitskrieg nicht nur zur Zurückdrängung des Britischen Imperiums bei, sondern legte auch eine der Grundlagen für die Zerstörung der Französischen Monarchie.

Sehr schnell kam es auch zum Britisch-Amerikanischen Krieg und schließlich auch zum Mexikokrieg.
Die Monroe-Doktrin bestand in Wirklichkeit mehr auf dem Papier, als in der Realität, was zum Beispiel die geopolitische Expansion der USA während und nach des Spanisch-Amerikanischen Krieges zeigte.
Auch in diesem Krieg ging es den USA um die Unterstützung der Kubanischen Rebellen gegen die Spanische Herrschaft. Diese Rolle des „Unterstützers von Rebellen“ wird später zum Markenzeichen der US Interventionen werden.
Besonders die massive Ausdehnung der US-Interessen im Bereich von Lateinamerika, zeigte schon damals, dass die Vereinigten Staaten durchaus auf die Bühne der Weltpolitik treten können, um mit den anderen Großmächten zu konkurrieren.
Allerdings beschränkten sich die Machtinteressen der USA bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nur auf ihren unmittelbaren Einflussbereich.

Mit dem Eintreten der USA in den Ersten Weltkrieg änderte sich ihre geopolitische Rolle auf einen Schlag. Der Jungen Nation gelang es nicht nur, einen Krieg auf einem anderen Kontinent zu führen, sondern auch am Ende zu den Siegern zu gehören.
Die selbe Situation sehen wir auch im Zweiten Weltkrieg.

Mit Beginn des Kalten Krieges übernehmen die USA Entgültig die Führung der „Westlichen Staaten“. Hierbei spielte bekanntlich die Gründung der Nato eine sehr wichtige Rolle. Diese Institution ist heute eines der wichtigsten Machtinstrumente der US-Außenpolitik.
Bereits in den Stellvertreterkriegen des Kalten Krieges bedienen sich die USA verstärkt verschiedener Rebellengruppen und Marionettenregierungen um ihren Einfluss auszudehnen.

Aber den größten Erfolg hat das Strategische Modell der Amerikanischen Revolutionskriegsführung erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.

Besonders in den letzten Jahren sahen wir, dass es der Amerikanischen Außenpolitik mit großer Leichtigkeit geschah, mit der Hilfe von sogenannten Rebellen in vielen Staaten die Machthaber auszutauschen.

In Syrien und in der Ukraine erlangten sie allerdings nur einen Teilerfolg, da ihnen hier wie dort mit Russland ein großes selbstbewusstes Reich entgegentrat, dass im Gegensatz zu Amerika, nicht den Weg der „Kontinuierlichen Revolution“ gehen möchte, sondern sich für eine stabile Situation in der Welt einsetzt.